Verstopfung in der Schwangerschaft

Ein kleiner Trost vorab: Verstopfung in der Schwangerschaft ist ein lästiges, aber typisches Problem. Fast die Hälfte aller werdenden Mütter hat im Laufe der Schwangerschaft mit Verstopfungen zu kämpfen. Unregelmäßiger, harter Stuhlgang, exzessives Pressen und das Gefühl, sich nicht vollständig entleert zuhaben, sind typische Anzeichen von Verstopfung. Woher die Verstopfungen in der Schwangerschaft rühren und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du hier.

Warum bin ich verstopft?

Die Ursachen für die Darmträgheit in der Schwangerschaft sind vielfältig und teilweise abhängig vom jeweiligen Schwangerschaftsdrittel.

Die häufigsten Ursachen einer Verstopfung in der Schwangerschaft:

  1. Schwangerschaftshormone wie das Progesteron vermindern die Darmaktivität und verlängern dadurch die Passagezeit der Nahrung bis zum Stuhlgang.
  2. Weniger Bewegung während der Schwangerschaft fördert die Darmträgheit.
  3. Die zunehmend größer werdende Gebärmutter und das wachsende Kind drücken auf den Darm.
  4. Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme erschwert die Darmpassage.
  5. Die Ernährungsumstellung vieler Schwangerer erschwert die Verdauung bis der Körper sich auf die Veränderung umgestellt hat.
  6. Stress, Ängste und Depressionen der Schwangeren wirken sich ebenfalls negativ auf die Verdauungstätigkeit aus.

Die größer werdende Gebärmutter hat einen besonderen Einfluss auf die Darmaktivität. So beträgt die Passagezeit der Nahrung bis zum Stuhlgang im ersten Trimester zwischen 1-3 Tagen. Im dritten Trimester hingegen kann sich die intestinale Transitzeit der Nahrung verdoppeln bis verdreifachen.

Was kann ich gegen die Verstopfung tun?

Verstopfung in der SchwangerschaftAuch in der Schwangerschaft kannst Du einfache Methoden anwenden, um Deine Verstopfung zu lindern oder gar zu verhindern.

In erster Linie solltest Du auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. In der Schwangerschaft ist Dein Flüssigkeitsbedarf deutlich erhöht, da sich Dein Blutvolumen stark erhöht und Fruchtwasser produziert werden muss. Entsprechend solltest Du täglich mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit zu Dir nehmen – am besten in Form von Mineralwasser, ungesüßten Tees und verdünnten Fruchtsäften.

Bewege Dich regelmäßig – am besten an der frischen Luft. Ein 30-minütiger Spaziergang täglich, regelmäßiges Schwimmen, Yoga und Schwangerschaftsgymnastik helfen dabei, Deinen Darm in Aktion zu halten.

Nimm bevorzugt ballaststoffreiche Lebensmittel und Probiotika zu Dir. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Probiotika einen positiven Effekt auf die Verstopfungsproblematik haben. Ballaststoffreiche Lebensmittel erhöhen zusätzlich das Stuhlvolumen und sorgen daher für eine schnellere Ausscheidung. Vermeide hingegen schwer verdauliche oder blähende Lebensmittel wie Kohlgemüse oder Zwiebeln.

Iss langsam und bewusst. Kaue Deine Mahlzeiten gründlich. Damit hilfst Du Deinem Magen und Darm, die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe besser aufzunehmen.

Solltest Du trotz oben genannter Maßnahmen weiterhin unter Verstopfung leiden, so sprich bitte mit Deiner Gynäkologin oder Deiner Hebamme. Sie wird Dir gegebenenfalls verdauungsfördernde Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium empfehlen. Diese solltest Du jedoch nicht ohne Absprache mit Deiner Ärztin einnehmen.

Heilpflanzen gegen Verstopfung

Heilpflanzen wie Leinsamen und Flohsamenschalen in Bio-Qualität können nützliche Helfer bei Verstopfung in der Schwangerschaft sein. Sie erhöhen das Stuhlvolumen und regen die Darmtätigkeit an. Wichtig bei der Anwendung von Leinsamen und Flohsamenschalen ist, dass Du sie mit ausreichend Flüssigkeit zu Dir nimmst, da sie quellen. Ansonsten kann es passieren, dass sich die Verstopfung noch weiter verstärkt.

Welche Maßnahmen haben Dir am besten gegen Verstopfung in der Schwangerschaft geholfen?

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