Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Fast jede schwangere Frau kennt sie: die Schwangerschaftsübelkeit. Sie ist eines der ersten Anzeichen einer Schwangerschaft und tritt in bis zu 90% aller Fälle auf. Was die Ursachen sind, wofür die Schwangerschaftsübelkeit gar nützlich ist und was Du gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft tun kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Woher kommen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft?

Übelkeit in der Frühschwangerschaft ist ein weit verbreitetes Phänomen und kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Manchen Frauen ist nur ein wenig flau im Magen, anderen wird bei bestimmten Gerüchen so übel, dass sie sich erbrechen müssen. Die Schwangerschaftsübelkeit ist übrigens nicht, wie viele glauben, nur auf den Morgen beschränkt.

Manche Frauen leiden unter solch starker Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft, dass sie nicht mehr arbeiten können und sich sprichwörtlich hundeelend fühlen. Da ihnen ihre Umgebung nur schwer helfen kann, fühlen sie sich oft unverstanden. Dies kann in starken Fällen sogar zu Depressionen führen.

Woher die Schwangerschaftsübelkeit kommt, ist auch der Wissenschaft noch nicht ganz klar. Sie wird jedoch mit dem rasanten Anstieg des Schwangerschaftshormons HCG (Humanes Choriongonadotropin) in Verbindung gebracht. Bis zum Ende der 14. SSW produziert Dein Körper dieses Hormon in großen Mengen – solange, bis die Plazenta die Versorgung Deines heranwachsenden Babies übernehmen kann. Auch andere Hormone werden als zusätzliche Ursachen diskutiert. So beispielsweise das weibliche Geschlechtshormon Östrogen sowie erhöhte Werte des Schilddrüsenhormons L-Thyroxin.

Hat die Schwangerschaftsübelkeit einen Nutzen?

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Schwangerschaft von Frauen, die unter Übelkeit und Erbrechen litten, tendenziell stabiler verlief als die Schwangerschaft von beschwerdefreien Frauen. Die Fehlgeburtsrate war deutlich niedriger. Ebenso kamen Entwicklungsverzögerungen des heranwachsenden Kindes seltener vor. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber natürlich nicht, dass Du Dir Sorgen machen musst, wenn Du nicht unter Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft leidest.

Wie lange dauert die Schwangerschaftsübelkeit an?

Bei den meisten Frauen beginnt die Schwangerschaftsübelkeit etwa mit der 5. SSW und bessert sich zusehens bis zum Ende der 14. SSW. Manche Frauen haben jedoch bis zur 16. oder 17. SSW mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Bei einigen halten die Beschwerden gar bis zur Geburt an. Letzteres ist aber glücklicherweise sehr selten.

Treten Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft in Kombination mit weiteren Beschwerden auf wie Kopfschmerzen, anderen Schmerzen oder Fieber, dann solltest Du vorsichtshalber zum Arzt gehen. Denn auch andere Erkrankungen können in der Schwangerschaft mit Übelkeit assoziiert sein.

Was kann ich gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft tun?

Auch wenn die therapeutischen Maßnahmen in der Schwangerschaft stärker eingeschränkt sind, gibt es einiges, das Du tun kannst, um Übelkeit und erbrechen in der Schwangerschaft zu lindern.

Die 9 folgenden Tipps sollen Dir eine Anregung geben:

  1. Iss bereits vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit. Dies können zum Beispiel eine Scheibe Knäckebrot, etwas Obst oder auch ein paar Nüsse sein.
  2. Iss über den Tag verteilt häufiger kleine Mahlzeiten anstatt drei große. Bei zu großen Mahlzeiten rebelliert der Magen schneller als bei Kleinen. Einigen Frauen hilft es, bei beginnender Übelkeit sofort eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Sie fühlen sich danach augenblicklich besser.
  3. Putze Deine Zähne am Morgen erst, wenn Du bereits etwas gegessen hast und es Dir weitestgehend gut geht.
  4. Gehe so oft wie möglich an die frische Luft.
  5. Trinke Kräutertees aus Fenchel, Kümmel, Kamille oder Ingwer.
  6. Iss balaststoffreiche Kost aus Vollkornbrot, Nüssen und Saaten in Kombination mit Bananen. Die darin enthaltenen B-Vitamine helfen einigen Frauen gegen die Schwangerschaftsübelkeit. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B-Komplex haben den selben Effekt.
  7. Probiere verschiedene ätherische Öle aus. Ein kleines Riechfläschchen in der Handtasche bringt schnelle Hilfe bei Übelkeit – gerade, wenn diese durch unangenehme Gerüche verursacht wird. Besonders geeignet in der Schwangerschaft sind Öle aus Bergamotte, Grapefruit, Mandarine, Pfefferminze und Zitrone.
  8. Nimm bei Bedarf Ingwerkapseln ein. zwar gilt Ingwer in hohen Dosen als wehenfördernd, in kleinen Mengen hingegen ist er der werdenden Mama bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sehr zuträglich.
  9. Bestimmte homöopathische Mittel sowie Akupunktur können ebenfalls Abhilfe bei Schwangerschaftsübelkeit bringen. Frage dazu am besten Deine Frauenärztin, sofern sie eine Qualifikation in Homöopathie oder Akupunktur besitzt. Alternativ kannst Du auch einen Heilpraktiker aufsuchen.

Welche Maßnahmen haben Dir besonders gegen die Schwangerschaftsübelkeit geholfen?

Teile Deine Erfahrungen einfach in den Kommentaren unter diesem Artikel.

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